Meine Lebenserfahrung

Meine Lebenserfahrung ist der Grund, warum ich auf die Idee gekommen bin, Menschen bei den Themen Trauma und Abschied zu unterstützen. Es gibt Soft-Facts und die harten Tatsachen dazu.

Fakt ist, als ich 12 Jahre alt war, starb mein Vater bei einem Motorradunfall. Soft-Fact ist, dass er der wichtigste Mensch in meinem Leben war und (wieder) ist. Weitere Tatsache ist, dass ich bei dem Unfall dabei war als Beifahrerin und dass ich eine lebenslange Behinderung durch diesen Unfall habe. Soft-Fact ist, dass meine Mutter mir ziemlich sicher einen Teil der Schuld für den Unfall und das damit verbundene Leid gegeben hat. Sie hat mich – aus meiner Sicht – kurz nach dem Unfall (auch) im Stich gelassen; ab da stand ich alleine auf dieser Welt. Weiterer harter Fakt ist, dass ich wenige Wochen nach dem Unfall eine 14-stündige Operation hatte und dass ich den Anfang dieser OP mitbekommen habe, weil die Narkose nicht gewirkt hat. Das waren die schlimmen Tatsachen, weniger hart ist, dass ich viele Jahre Physio machen musste, Schmerzen hatte und durch meine Behinderung Einschränkungen habe, an die ich mich allerdings gewöhnt habe. Was diese für Auswirkungen haben auf’s Alter hin, will ich mir noch nicht überlegen.

Und ist ein Unglück noch so gross, es birgt auch Glück in seinem Schoss.

Das sagte unser weiser Nachbar, ein älterer Herr, nach dem Unfall von mir und meinem Vater. Wie wahr.

Der Tod von meinem Vater war ein Schock, war plötzlich, ohne Vorwarnung und genau so war auch der Abschied. Meine Mutter starb im 2019 mit 78 Jahren, nach (kurzer) Krankheit. Rund 2 ½ Jahre bevor sie starb, hatte sie die Diagnose Alzheimer erhalten. Es ging ihr lange Zeit gut und am Schluss ging der Abbau extrem schnell; was für sie sicher gut war. Es war eine komplett andere Erfahrung für mich mit dem Tod und dem Sterben, da ich schon vor ihrem Ableben einen Teil der Trauer durchlebt habe, da ich mich verabschieden konnte und weil es für sie eine Erlösung war. Zudem war es vom Alter her etwas komplett anderes – mein Vater war 40 als er starb.

Ja, ich habe somit die Erfahrung des plötzlichen Abschieds, des vorausgesehenen Todes und ich weiss was es heisst, wenn das Leben komplett aus dem Fugen gerät und plötzlich alles anders ist, als es am Tag zuvor war.

Eines Tages werden wir alle sterben, Snoopy. Ja, aber an allen anderen Tagen nicht.

Snoopy und Charly Brown – mein Lieblingsspruch.

Wenn du noch Frage hast, dann melde dich gerne bei mir.